Vorteile systemischer Beratung und Therapie und Abgrenzung zu anderen Therapieformen

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Systemische Beratung und Therapie ist eine berufliche Weiterbildung für Menschen die in einem pädagogischen oder psychologischen Kontext arbeiten. Es braucht kein weiterführendes Studium mehr um systemisch beratend oder therapeutisch tätig zu werden, da es bei der systemischen Beratung und Therapie nicht darum geht zu diagnostizieren, Krankheiten zu behandeln oder die Vergangenheit aufzuarbeiten. Der Fokus liegt vielmehr darauf, zukunftsorientiert Lösungen für eine aktuell als schwierig erlebte Situation zu erarbeiten.

Das heißt aber nicht, dass systemische Beratung und Therapie nicht auch für Menschen mit psychischen Krankheiten und Diagnosen und deren Angehörige geeignet ist. Meistens braucht es in diesem Fall für den Betroffenen noch eine zusätzliche psychotherapeutische Begleitung.

Die systemische Beratung fokussiert sich vor allem auf die aktuell vorhandenen Schwierigkeiten und Konflikte in einem System und deren schnelle Lösung.

In der systemischen Familientherapie werden auch die aktuellen Probleme eines Systems in den Blick genommen, zusätzlich werden dabei aber die familiäre Hintergründe und Erfahrungen noch intensiver beleuchtet, um bestimmte Verhaltensmuster und Entwicklungen besser verstehen zu können.

Bisher müssen systemische Beratung und Therapie noch selbst bezahlt werden. Nur in Ausnahmefällen kann bei minderjährigen Kindern eine Kostenübernahme beim Jugendamt beantragt werden. Der große Vorteil von Selbstzahlern ist aber, dass keinem Anderen Rechenschaft über die vereinbarten Ziele, Anzahl der Sitzungen, Beratungs-Setting etc. abgelegt werden muss. Vielmehr richtet sich die systemische Beratung und Therapie dadurch allein nach den Bedürfnissen und Wünschen des Auftraggebers. Abstand, Anzahl und Umfang der Sitzungen können individuell vereinbart werden. Der systemische Ansatz wird deshalb auch gerne als lange Kurzzeittherapie beschrieben, weil wenige Sitzungen über einen längeren Zeitraum verteilt oft schon viele Veränderungen ermöglichen.

Die systemische Beratung und Therapie rückt in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Krankenkassen, da der große Wert dieser Beratungs- und Therapieform mittlerweile nachgewiesen wurde.

Der Fokus auf eine zukunftsorientierte Lösung ermöglicht eine zeitnahe Veränderung der aktuellen Situation und damit eine schnelle Erleichterung für schmerzende und Kräfte zehrende Zustände. Eine Aufarbeitung von gewissen Themen und Erfahrungen wird damit zwar nicht ersetzt, oft ist es jedoch erst einmal wichtig die Stabilität eines Systems in der Gegenwart herzustellen, um dann weitere und vergangene Themen angehen zu können.

Deshalb wird diese Form immer attraktiver für die Krankenkassen, vor allem im Hinblick auf den finanziellen Aspekt im Gegensatz zu langjährigen therapeutischen und psychologischen Behandlungsprozessen.

Allerdings ist fraglich wie gut es am Ende wirklich für den Einzelnen ist, wenn eine Krankenkasse bei einem Beratungs- oder Therapieprozess mitreden darf.

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